Exkurs Leben in Ruanda heute

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hat vermutlich entweder kein Bild von Ruanda vor Augen oder noch immer die düsteren Nachrichten und Fotos des Genozids 1994 im Kopf. Ruanda hat sich gewandelt. Das Wirtschaftswachstum ist seit langem beständig unter den höchsten in Afrika mit Spitzenwerten in den Jahren 2002 von über 13 % Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorjahr und 2021 knapp 11 %; aktuell pendelt es sich bei 7 % ein.

Fortschritt

Ruanda ist geprägt vom Fortschritt und die Ruander blicken nach vorne. Die Gemeinschaft ist wichtig. Es gibt eine sehr erschwingliche, staatliche Krankenversicherung. Das Gesundheitswesen wird besser und besser mit über 40 Krankenhäusern und mehr als 200 Gesundheitszentren. Die Kindersterblichkeit ging von 23 % auf bemerkenswerte 4 % zurück. Dank Moskitonetzen konnte der Tod durch Malaria sehr stark zurückgedrängt werden. Da jede Mutter ein Recht auf die Geburt mit Hebamme hat, hat sich die Müttersterblichkeit hat halbiert.

Bluttransporte aus der Luft sind dabei ein weiterer Heilsbringer. In Ruanda ist Zipline tätig, ein kalifornisches Unternehmen. Mit Lastdrohnen wird Blut in Minuten an Gesundheitszentren geliefert, die auf dem Straßenweg nur in Stunden erreichbar sind. Es ist ein modernes Hightech-Projekt, das einmal mehr zeigt, wie zukunftsorientiert Ruanda ist.

Parallel hierzu wird die Elektrizität weiter und weiter ausgebaut. Die Hauptstadt Kigali ist des Nachts ein Lichtermeer. Mehr als 1,5 Millionen Menschen lebt inzwischen dort. Auffällig ist auch die Investition in den Straßenbau. Bereits jetzt bestehen die touristischen Strecken aus perfekten Teerstraßen mit Leitplanken, Gehwegen, Straßenbeleuchtung und Geschwindigkeitskontrollen in Form von Blitzern. Zudem sind Straßen und Gehwege – ja selbst Dörfer – sauber und gepflegt wie in keinem anderen afrikanischen Land. Ruanda ist das afrikanische Vorzeigeland.

Sauberkeit

Am letzten Samstag im Monat findet Umuganda statt, ein kollektives Saubermachen, dessen Ursprung in die vorkoloniale Zeit zurückreicht. Tagtäglich sind Frauen auf den Straßen mit selbstgebundenen Reisigbesen zu sehen, die nicht nur die Hauptstadt Kigali, sondern auch ihre Dörfer sauber halten. Abfall am Straßenrand sieht man in Ruanda nicht. Die Umweltpolitik ist vorbildlich.

Monatlich findet ein autofreier Sonntag in Kigali statt. Das soll die Städter zum Thema Umweltschutz sensibilisieren. Kigali will noch grüner werden und plant den Bau einer U-Bahn.

Made in Rwanda

Second Hand-Kleidung wurde vor Jahren aus Ruanda verbannt, was zum weiteren Wachstum beitrug. Lokale Kleinunternehmen werden unterstützt. Made in Rwanda ist weit verbreitet. Ich habe auch gleich Akabanga, Chili-Öl made in Rwanda als Souvenir gekauft.

Gleichzeitig nimmt Ruanda Hilfe von überall an. China hat z.B. den Straßenbau übernommen. Die nahezu perfekten Asphaltstraßen verbinden die touristischen Höhepunkte des Landes. Der deutsche KfW unterstützt Ruanda auch finanziell beim Klimaschutz. Plastiktüten wurden in Ruanda bereits 2008 verboten.

Netzabdeckung

Nur wenige Ruander besitzen einen Computer. Da aber fast alle ein Smartphone haben, gehen sie mit diesem ins Internet. Datenvolumen kann günstig erworben werden und die Abdeckung reicht bis in entlegene Gegenden. Fast ganz Ruanda verfügt über 4G.

Bildung

In der Schule wird ein Fach gelehrt, das mit ‚Frieden‘ übersetzt werden kann. Es herrscht Schulpflicht in Ruanda und der Bau von Schulen hat dafür gesorgt, dass Kinder nun kürzere Schulwege haben (wobei Fußwege von bis zu 1 Stunde keine Ausnahme sind). Die Kleinen in ihren Schuluniformen zaubern mir während der Transferfahrten immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.

Gemeinschaft

Die Ruander bezeichnen sich heute nur noch als Ruander. Eine Einteilung in soziale Gruppen gibt es nicht mehr. Die Gemeinschaft ist im Alltag sehr wichtig, ob es um Privates oder Berufliches geht. Wir Deutschen könnten uns davon eine Scheibe abschneiden.

Ruanda zeigt sich als offenes Land, nimmt ausländische Flüchtlinge fast ausnahmslos auf, und der Zusammenhalt im Land ist riesig. Dabei ist eine tiefe Bewunderung der Regierung allgegenwärtig. Kritische Worte gibt es nicht. Präsident Kagame wird kritisiert, dass es keinerlei politische Öffnung gibt. Dennoch genießt er Rückhalt in der Bevölkerung. Seine klare Linie wird geschätzt und der Erfolg beim Aufbau des Landes gibt dem Recht.

Frauenrechte

Im modernen Ruanda wird Wert auf Gleichberechtigung gelegt. Es gibt junge Unternehmerinnen und Politikerinnen. Im Parlament sitzen sogar mehr Frauen als Männer.

Wohlstand

Ruanda hat seit den 1990ern Millionen Menschen aus der Massenarmut befreit. In der Vision 2050 hat die Regierung zudem ehrgeizige Pläne zur weiteren Steigerung des Wohlstands im Land formuliert.

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